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* Besonderen Dank an M.H., S.T. & T.R. für das unermüdliche gorrektur lessen. :-)

 

Wie in den meisten Städten wurden auch in Chemnitz während der NS-Zeit Zwangsarbeiter, vor allem in der Rüstungsproduktion, eingesetzt.
Mindestens 30.215 Zwangsarbeiter waren während der NS-Zeit in Chemnitz untergebracht. Davon waren 915 in zwei Außenlagern von Flossenbürg beschäftigt, in den Astra-Werken in Schönau und in der Auto-Union direkt im Zentrum von Chemnitz. Die sonstigen Zwangsarbeiter, vornehmlich aus dem besetzten Osteuropa, waren in diversen Industriebetrieben, aber auch bei kleinen Handwerksbetrieben beschäftigt.


Zur Unterbringung wurden in Chemnitz mehrere Barrackenlager errichtet oder die Häftlinge wurden direkt im Betrieb untergebracht. Der Großteil wurde allerdings außerhalb ihrer Zwangsarbeitsstelle, i.d.R. in diversen Gaststätten, über das ganze Stadtgebiet verteilt untergebracht.
Gerade in der Anfangszeit waren die hygienischen Zustände katastrophal, Privatsphäre war nicht vorhanden und die Arbeitstage beliefen sich meist auf 10-12 Stunden.

Bemerkenswert ist, dass die Stadtverwaltung Wert darauf legte, dass die Gaststätten, wo die Zwangsarbeiter untergebracht waren, den regulären Betrieb weiter laufen liessen, um die Moral der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

 

Bevor die großen Deportationen anfingen, wurden mehrere "Judenhäuser" zur zentralisierten Unterbringung aller rassistisch als Juden definierter Personen eingerichtet. Insgesamt gab es 8 solcher Häuser im gesamten Stadtgebiet, auch hier waren die unzumutbaren Verhältnisse katastrophal.

 

Die unten stehende Karte stellt nur den Versuch einer Visualisierung dar, da das gesamte Ausmaß kaum zu erfassen ist. Dargestellt sind nur die wichtigsten Orte in Chemnitz, an denen Zwangsarbeit stattfand - es gab auch mehrere kleine Betriebe mit "nur" 2-3 Zwangsarbeitern. Insgesamt waren 393 (!!) Industrie- und Handwerksbetriebe bei der Ausbeutung von Zwangsarbeitern beteiligt. Gerade die Unterbringung in Gaststätten und der tägliche Gang zur Arbeit und zurück konnten der Zivilbevölkerung nicht verborgen geblieben sein.

 

 

Eingefügt wurden noch 3 Krankenhäuser (Nr. 3 ist heute nicht mehr in Betrieb), denen eine Mittäterschaft am Euthanasieprogramm nachgewiesen werden konnte.

Zum vergrößern Anklicken // Die Karte ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, teilweise konnte ein genauer Ort (z.B. eine Hausnummer) nicht belegt werden. Grundsätzlich sollte aber die Verstrickungen vieler Chemnitzer Akteure sehr deutlich werden
Zum vergrößern Anklicken // Die Karte ist nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, teilweise konnte ein genauer Ort (z.B. eine Hausnummer) nicht belegt werden. Grundsätzlich sollte aber die Verstrickungen vieler Chemnitzer Akteure sehr deutlich werden

Konzentrationslager in Chemnitz[1]

 

  1. Auto Union, Neukirchner Straße (Außenlager Flossenbürg)
  2. Astra-Werke, Annaberger/Heinrich-Lorenz Straße (Außenlager Flossenbürg)

 

 

Barackenlager und Betriebe mit Häftling Unterkunft [1]

 

  1. Maschinenfabrik Germania, Schulstraße

  2. Bahnhof Hilbersdorf

  3. Durchgangslager Blankenauer Straße

  4. Auto Union & Wanderer Werke, Jagdschänkerstraße

  5. C.G. Haubold AG, Burgstädter Straße

 

 

Gaststätten die als Zwangsarbeiterlager genutzt wurden[1]

 

  1. "Johannisgarten", Zschopauer Straße

  2. "Marmorpalast", Limbacher Straße

  3. "Meyers Feldschlößchen", Bernsdorfer Straße

  4. "Reichels neue Welt", Altchemnitz

  5. "Silbersaal", Eislebener Straße

  6. "Goldener Löwe", Rabenstein

  7. "Wasserschänke", Röhrsdorf

  8. "Zur Linde", Theaterplatz

  9. "Hohenzollern", Elisenstraße

  10. Gartenheim der Sparte "Wohlfahrt", Hilbersdorf

  11. Bahnhofsfastätte Reichenhain

 

 

"Judenhäußer"[2]

 

          1. Zschopauer Str. 74

          2. Zöllnerstraße 6

          3. Dresdner Straße 66

          4. Hauboldstraße 4

          5. Katharinenstraße 2

          6. Hermann-Fischer-Straße 5

          7. Antonplatz 15

          8. Apollostraße 18

 

Krankenhäuser, aktiv am Euthanasieprogramm beteiligt[3]

 

  1. Staatliche Frauenklinik, Flemmingstr. 4

  2. Städtisches Krankenhaus Küchwald, Bürgerstr. 2

  3. Städtisches Krankenhaus, Zschopauerstr. 87

 

 

[1] "Chemnitz in der NS Zeit", 1. Auflage, 2008

[2] "Gegen das Vergessen", Broschüre zu Chemnitzer Stätten der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer der Faschistischen Diktatur

[3] Dauerausstellung in der Gedenkstädte Pirna Sonnenstein